Julia

Tschaikner

 

STUDIO RESIDENZ SEPTEMBER 2026 des Landes Oberösterreich. Schlossmalerin im SCHLOSS WEINBERG, Kefermarkt / AT

Amt der oberösterreichischen Landesregierung, Abteilung Kultur. Kunstsammlung des Landes Oberösterreich.

 

Ausgangspunkt der Arbeit im Schloss Weinberg sind gebrauchte Bücher und die in ihnen eingeschriebenen materiellen Spuren von Gebrauch, Zeit und Zirkulation. Seit mehreren Jahren arbeite ich malerisch auf gebrauchten Buchdeckeln. Während der Residenz wird diese Arbeit um die Buchblöcke und damit um das Papier als eigenständiges Material erweitert.

Die Buchblöcke werden zerlegt, das Papier wird aufgelöst und zu Pulpe verarbeitet. In diesem Prozess verlieren Seitenfolge, Druck und Schrift ihre ursprüngliche Ordnung. Papierfasern, Textfragmente, Verfärbungen und Gebrauchsspuren gehen in einen neuen materiellen Zusammenhang über. Aus der Pulpe entstehen Papiere und dreidimensionale Papierobjekte.

Die Transformation des vorgefundenen Materials bildet einen zentralen Teil des Arbeitsprozesses. Auflösung, Neuformung und Trocknung schreiben sich unmittelbar in die entstehenden Oberflächen und Körper ein. Material und Zeit werden dabei zu aktiven Größen der Arbeit.

Parallel entstehen neue Malereien auf Buchdeckeln. Schloss Weinberg wird dabei zum ortsspezifischen Recherchefeld. Die Architektur des historischen Turms und die dort nistenden Vögel bilden mögliche Bezugspunkte für die Weiterentwicklung der Motive.

Eine weitere Recherche führt zum Mühlviertler Blaudruck und zur Arbeit mit Indigo. Von besonderem Interesse ist die Küpenfärbung und der Oxidationsprozess, durch den sich das charakteristische Blau an der Luft entwickelt. Während der Residenz soll dieser Prozess zunächst recherchiert und in ersten Materialversuchen auf seine Verbindung mit Papier und Pulpe untersucht werden.

Die im September entstehenden Arbeiten und Versuchsreihen werden im Anschluss weitergeführt und bilden einen Ausgangspunkt für die folgende Ausstellung in der Schlossgalerie Weinberg im Frühjahr 2027.

Werk im Bestand der Kunstsammlung des Landes Oberösterreich – entlehnbar.

Gräfin Maria Anthonia Margaretha von Starhenberg. 

Diese Seite wird laufend aktualisiert und erweitert. Sie dokumentiert den Aufenthalt.  

Stand 25.08.2026